WunderWeihnacht

WunderWeihnachtWer bei Zimtplätzchen, Roibuschtee und Kerzenschimmer gerne in Weihnachtsstimmung schwelgt, findet in dem Bildband von Nicola Vollkommer einen idealen Advents-Begleiter. In einfühlsamen, unkonventionellen Texten beleuchtet sie das biblische Weihnachtsgeschehen – und warum es für uns auch heute noch ein überwältigendes, weltveränderndes Wunder ist. Kombiniert mit stilvollen Weihnachtsfotografien, führt dieses Buch hinein in das Staunen über die unvorstellbare Liebe Gottes, die in der Krippe sichtbar wird.

Komplett farbig illustriert
ISBN: 978-3-7893-9512-3
1. Auflage, September 2011
Gebunden, 72 S.
Format: 27,7 x 28 cm
Gewicht: 840 g

Das Buch kann direkt bei der Autorin zum Preis von 10 Euro bestellt werden.

 

Leseprobe

Lukas und Matthäus

Wenn ich wählen müsste, würde ich Lukas wählen. Er erzählt die Weihnachtsgeschichte, wie ich sie aus meinen Lieblingsliedern kenne: „Herbei, o ihr Gläubigen“, „Hört der Engel helle Lieder“, „Stille Nacht“. Auch das Ländliche mag ich, auch das kommt aus Lukas. Hirten, Schafte, Ochsen, Esel, Tauben: eine rustikale Idylle für Tierliebhaber. Nicht zu vergessen das bewegende Herzstück der Geschichte: eine Mutter mit ihrem neugeborenen Baby, nicht irgendeinem Baby. Der Retter, der Heiland der Welt. Lukas hat es erfasst. Er sieht es ähnlich wie in meinem Weihnachtsambiente im Wohnzimmer – Engel, Krippenszene, sanfte Musik, Kerzen, Tischdeckchen mit aufgestickten Glitzerkugeln an den Rändern. Die Deko könnte auch von ihm kommen.

Dann schlage ich Matthäus auf. Eine andere Stimmung. Es grüßen die Männer der Geschichte. Kein Stall mehr, sondern der Palast eines Königs. Matthäus berichtet nämlich aus Jerusalem. Geht schnell zur Seite, ihr Hirten, macht die Bühne frei für goldbeladene Magier aus dem Fernen Osten. Stampfende Stiefel, das Klirren von Waffen. Leibwächter, unverschämte Reichtümer, von Soldaten bewacht. Es grüßt Herodes, schäumend vor Wut. Schaltet „Stille Nacht“ schnell aus, her mit der Marschmusik. Keine Schlaflieder aus dem Mund einer verehrenden Mutter, sonder schmerzerfüllte Schreie einer „Rahel, die um ihre Kinder weint“. Die Lieblichkeit von Lukas mit einem Schlag durch Herodes‘ Massenmord an den Söhnen Bethlehems zerschmettert.

Matthäus hat es nämlich auch erfasst. Schon zu Anfang der Geschcihte hatte Jesus Feinde. Seine erste Windel war nicht einmal gewechselt und schon die ganze Hauptstadt seinetwegen in Aufruhr.

Lukas bleibt dennoch eine kleine Oase, in die ich mich gerne zurückziehe, um etwas Himmelsduft einzuatmen. Matthäus holt mich schnell genug wieder ein.