Rezensionen – Gefrorene Welt

Video zum Jubiläum „80 Jahre Coppermine“
Diejenigen, die „Am Rande der gefrorenen Welt“ gelesen haben, erinnern sich vielleicht daran, dass das Buch mit dem Jubiläum „80 Jahre Coppermine“ (jetzt „Kugluktuk“) begann und mit Onkel Jacks geplantem Besuch dort. Mit diesen Festlichkeiten endet auch das Buch. Videoaufnahmen von diesem Ereignis sind aufgetaucht und in eine lokale Sendung dort eingebaut worden – Jack mit 82 Jahren, und Aufnahmen von seinem Empfang in der alten Heimat in der Festhalle, wie auch einem Spaziergang zum alten „mission house“, wo er emotional und nostalgisch über das Leben im hohen Alter reflektiert. Der Rest des Videos ist auch interessant, über die Geschichte des Evangeliums unter den Inuit, erzählt vom jetztigen Bischof der Arktis.
Onkel Jack erscheint am Anfang, dann ausführlich bei 28.12′ und 48.42′, von seinem ersten Schlaganfall und Teilerblindung schon etwas gezeichnet.

Rezension von Christian Döring
Nicola Vollkommer erzählt in ihrem zweiten Buch die Geschichte ihres Onkels. Er war über 50 Jahre Bischof der Arktis. Sein Name ist heute weithin unbekannt. In ihrem sehr familiären Plauderton lässt die Autorin Bischof John Sperry als einen humorvollen aber auch sehr frommen Mann erscheinen. Um das Wort Gottes bekannt zu machen nahm er oft viele Kilometer durch Eis und Sturm auf sich und erzählte dann einigen Wenigen von Gott.
Geprägt durch Krieg und Entbehrung ging er in die Arktis. Zwei Jahre später folgte ihm seine Ehefrau Betty ins ewige Eis und somit ist dieses Buch auch die Geschichte einer sehr außergewöhnlichen Ehe geworden.
Einige Bilder geben Einblick in das Leben der Eskimos. Einige Menschen haben heute Schwierigkeiten mit der Bezeichnung Eskimos, die Autorin geht auch auf dieses Thema ein.
Dieses Buch ist ein bewegendes Zeugnis geworden und an einigen Stellen kommt Sperry sogar selbst zu Wort. Nicola Vollkommer hat ihrem Onkel ein würdiges Denkmal gesetzt. In Erinnerung wird Bischof John Sperry als menschlicher, die Kultur anderer achtend und Das Wort Gottes in alle Winkel tragender Mensch bleiben, dies ist auch ein Verdienst der Autorin!

Bericht in der Zeitschrift „Hoffen und Handeln“, Ausgabe 1-2012
Bischof John Sperry – Pionier und Missionar in der Arktis
als PDF öffnen

Schwäbisches Tagblatt vom 04.02.2012
Von Afrika in die Arktis – Nicola Vollkommer schreibt über ihre Familie
weiter zum Artikel auf tagblatt.de
| als PDF öffnen

SWP vom 10.12.2011:
Leben mit den Inuit
weiter zum Artikel auf SWP.de | als PDF öffnen

GEA vom 03.12.2011:
Missionar nördlich des Polarkreises (Artikel als PDF öffnen)

Er ist Jäger, Schlittenführer, Pastor und später Bischof der Arktis. John Sperry lebt mit seiner Familie 19 Jahre lang unter den Inuit nördlich des Polarkreises. Er teilt ihre Not, ihren Hunger und Temperaturen bis minus 60 Grad. Und er übersetzt die Bibel in ihre Sprache, die keine Wörter für Baum, Schaf oder Acker kennt – und keines für Liebe. Die Biografie des Missionars Sperry, der alles zurückließ, was er kannte, wurde von seiner Nichte, der in Reutlingen lebenden Autorin und Lehrerin Nicola Vollkommer, niedergeschrieben. Das mit zahlreichen Fotos ausgestattete Buch macht lebendigmit einer Gesellschaft und ihren
harten Lebensbedingungen bekannt und mit einem Mann, der mit Gottvertrauen alle Anforderungen meisterte. (GEA)

SWP vom 12.11.2011
Die Liebe seines Lebens
weiter zum Artikel auf SWP.de | als PDF öffnen

Christian Döring, buecherveraendernleben.npage.eu

Nicola Vollkommer erzählt in ihrem zweiten Buch die Geschichte ihres Onkels. Er war über 50 Jahre Bischof der Arktis.
Sein Name ist heute weithin unbekannt. In ihrem sehr familiären Plauderton lässt die Autorin Bischof John Sperry als einen humorvollen aber auch sehr frommen Mann erscheinen. Um das Wort Gottes bekannt zu machen nahm er oft viele Kilometer durch Eis und Sturm auf sich und erzählte dann einigen Wenigen von Gott.
Geprägt durch Krieg und Entbehrung ging er in die Arktis. Zwei Jahre später folgte ihm seine Ehefrau Betty ins ewige Eis und somit ist dieses Buch auch die Geschichte einer sehr außergewöhnlichen Ehe geworden.
Einige Bilder geben Einblick in das Leben der Eskimos. Einige Menschen haben heute Schwierigkeiten mit der Bezeichnung Eskimos, die Autorin geht auch auf dieses Thema ein.
Dieses Buch ist ein bewegendes Zeugnis geworden und an einigen Stellen kommt Sperry sogar selbst zu Wort. Nicola Vollkommer hat ihrem Onkel ein würdiges Denkmal gesetzt.
In Erinnerung wird Bischof John Sperry als menschlicher, die Kultur anderer achtend und Das Wort Gottes in alle Winkel tragender Mensch bleiben, dies ist auch ein Verdienst der Autorin!

C.E., Metzingen

Er interessierte sich nie für Spitzenämter – und wurde vielleicht gerade deshalb später Bischof der Arktis. Er saß lieber im Schneehaus und teilte die karge Speise mit seinen geliebten Eskimos, als Karriere in der ihm einst offen stehenden Welt des British Empire zu machen. John Sperry hat sein ganzes Leben eingesetzt, um den Inuit das Evangelium zu bringen und die Bibel in ihre eigene Sprache zu übersetzen, in der es kein Wort für Baum, Schaf oder Acker gab – und keines für Liebe. Viele hielten ihn und seine Frau für verrückt, weil sie all die Strapazen und Entbehrungen der Polarwelt auf sich nahmen, statt sich ein bequemes Leben in England einzurichten. Nicola Vollkommer, die Nichte des Bischofs, hat in akribischer Arbeit die Erzählungen und Erinnerungen ihres Onkels aufgezeichnet. Und in ihrem Buch eine Welt nachgezeichnet, die es so schon lange nicht mehr gibt. Die Lebensgeschichte von John Sperry ist auch die Geschichte und Tragik der Inuit in den gefrorenen Weiten Kanadas.

Quelle: C.E., Metzingen

 

 

Christliche Buchhandlung Wolfgang Bühne

Die begabte Autorin beschreibt mit viel Liebe, Hochachtung und Humor die ungewöhnliche Lebensgeschichte ihres Onkels John Sperry, der sich angesichts der zerstörten Stadt Hiroshima als Britischer Soldat entschloss, sein weiteres Leben als Missionar dort einzusetzen, wo sich sonst kaum ein Missionar hinwagte. 19 Jahre lang lebte er mit seiner Familie nördlich des Polarkreises unter den „Inuit“. Er teilte ihr ärmliches, eintöniges Leben bei Temperaturen bis zu -60° und übersetzte die Bibel in ihre Sprache, die keine Wörter für Baum, Schaf oder Acker enthielt – und auch keines für Liebe!

Eine tief beeindruckende Biographie, in der gelebte Jüngerschaft, selbstlose Hingabe, Leidenschaft für das Evangelium und eine tiefe Liebe zu Jesus Christus und zu den Menschen dokumentiert wird. Und das in einer animistische geprägten Kultur, in der Depressionen, Selbstmord, Polygamie, Tötung von unerwünschten Kindern und alten Menschen alltäglich waren.

Christliche Buchhandlung Wolfgang Bühne

 

aus „idea-spektrum“ Spezial Advent & Weihnachten, Dezember 2011

John Sperry engagierte sich mehr als 50 Jahre für die Menschen der Arktis, den Inuit (Eskimos). Als Missionar zog er in den 50er Jahren des letzten jahrhunderts aus, um ihnen das Evangelium zu bringen. Von seiner Basisstation in Coppermine aus reiste er viele tausend Kilometer mit dem hundeschlitten durch die Eiswüste, um den weit verstreuten Eskimo-Familien von Jesus zu erzählen. Er teilte ihre Not, ihr leben und ihren Hunger in der Dunkelheit des arktischen Winters. John Sperry, der Minihitak – der Pastor – eines Gemeindegebietes, das die Größe Europas erreicht, übersetzte auch die Bibel in die Sprache der Inuit. Eine überaus schwieriges Unterfangen in einer Kultur und Lebenswelt, die in einem extremen Gegensatz zu der beschriebenen Welt in der Bibel steht, sodass eine wörtliche Übersetzung gar nicht möglich war. Wie also gibt man die biblischen Gleichnisse vom Sähmann oder vom guten Hirten, in einer Welt wieder, die Ackerbau und Viehzucht nicht kennt und keine Worte dafür hat? Sperrys Nichte, Tochter seines jüngeren Bruders Roy, erzählt hier seine Geschichte, nachdem sie bereits ihr eigenen Erlebnisse in Afrika in dem Buch „Unter dem Flammenbaum“ aufgeschrieben. hat.

Minou Grasmann, „idea-spektrum“ Spezial Advent & Weihnachten, Dezember 2011

 

DER PLATOW Brief, 18.November 2011
Ob heiss oder kalt: Eine Familie lebt ihre Werte

Nicola Vollkommer ist erfolgreiche Autorin des auf der Basis christlicher
Grundwerte fußenden und lektorierenden Verlages SCM Hänssler.
„Am Rande der gefrorenen Welt“ (304 S .; 14,95 E uro) ist nun
schon der zweite Band stark autobiographisch gefärbter Bücher, die
die Cambridge-Absolventin und 4-fache Mutter, die einer englischdeutschen
Familie entstammt, vorlegt. Während Vollkommer in „Unter
dem Flammenbaum“ (288 S .; 14,95 E uro) ihre eigene Lebensgeschichte
und die ihrer Familie, die in der Hitze Afrikas, im schönen,
aber immer wieder auch von Bürgerkriegen heimgesuchten Nigeria
spielt, mitreissend erzählt, widmet sie sich in ihrem soeben vorgelegten
neuen Buch in einer Art klimatischem K ontrastprogramm ihrem
Onkel, dem Engländer John Sperry. Als Bischof der Arktis lebte
der Bruder ihres V aters 19 Jahre lang nördlich des Polarkreises unter
den Inuit, zunächst als Jäger und Schlittenführer, später als Pastor.
Hiermit schließt sich der Kreis für die Sperry-Familie, die in der Hitze
Afrikas und in arktischer Kälte gleichmaßen Geschichte schrieb.

Quelle: Platowbrief, 18.November 2011

Rezension Christian Döring (Sound7) Dezember 2012:

http://buecherveraendernleben.npage.eu/am-rande-der-gefrorenen-welt_91273880.html

Rezension Südwestpresse, Münsingen, 10.12.2012:

 

Am Rande der gefrorenen Welt

Die Geschichte von John Sperry, Bischof der Arktis

Antarktis und Arktis – Inbegriff vom Ende der Erde…“bis an die Enden der ERde!“ reicht der Missionsbefehl und berührt den Lebensraum der arktischen Völker, die allgemein als Eskimos bezeichnet werden, Inuit werde speziell die in Grönland, Zentral- und Nordostkanada lebenden Völker genannt. unter Ihnen wirkte knapp zwei Jahrzehnte der anglikanische Pfarrer John Sperry, teilte mit seiner Familie das entbehrungsreiche Leben nördlich des Polarkreises. Als „Bischof der Arktis“ übersetzt der ehemalige Marinesoldat die Bibel in die Sprache der Inuit, in der es kein Äquivalent für Begriffe wie Baum, Schaf, Acker oder Liebe gibt. Die Autorin, eine Nichte dieses pioniers der jüngeren Missionsgeschichte, zeichnet aus einer Vielzahl von Quellen das Bild einer gefrorenen Welt, in der es neben dem handschlag eines Eskimos nichts Wärmeres gibt als die Berührung durch Gottes Liebe. Zahlreich historische Fotos dokumentieren das Leben der Einheimischen, der „Kirche im Eis“ sowie einer Familie, die bereit war, buchstäblich „an den Rand der Erde“ zu gehen. (Klaus-Dieter Passion, Pastor der Jesus-Haus -Gemeinde, Düsseldorf, für die „Charisma“-Zeitschrift, 1. Quartal 2012)

 

Am Rande der gefrorenen Welt

Die Geschichte von John Sperry, Bischof der Arktis

Wolfgang Bühne, in „fest und treu“ – Zeitschrift für aktive Christen, 1/2012

Diese außergewöhnliche Lebensgeschichte führt den Leser in eine Welt und Kultur, die kaum jemand kennt und in Lebensbedingungen, die für uns Europäer kaum vorstellbar sind: Es ist die Welt der Eskimos in den 50-70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die oberhalb des nördlichen Polarkreises leben. Bei Temperaturen bis zu -50 Grad, in einer Gegend, wo es bis auf sechs Wochen im Sommer, in denen die Sonne fast 24 Stunde am Tag scheint, ansonsten nur wenige Stunden am Tag hell wird und im Winter sechs Wochen lang fast gar kein Tageslicht zu sehen ist.

Die Menschen wohnten dort in Iglus, lebten ausschließlich vor der Jagd und kommunizierten in einer Sprache, in der es kein Wort für Baum, Schaf oder Acker gab – und auch keines für Liebe. Um das nächste Dorf zu besuchen, das meist nur aus wenigen Iglus bestand, musste man oft Hunderte von Kilometern per Hundeschlitten bewältigen und war dem Tod ausgesetzt, wenn unterwegs ein Unfall geschah oder die Huskys die Nerven verloren und einander in Stücke rissen. Ein Gebiet ohne Post, ohne Telefon, ohne Arzt, Iglus aus Eis ohne Dusche, ohne Heizung aber immerhin mit einem Topf als Toilette, der in der Nacht von einem zu anderen gereicht wurde.

Eine Kultur – vom Geisterglauben beherrscht – in der unerwünschte Mädchen nach der Geburt einfach der Eiseskälte ausgesetzt wurden und in der alte Menschen, die nicht mehr produktiv und damit eine Belastung waren, vor die Tür gesetzt wurden oder die freiwillig gingen und nciht wiederkamen.

Gott bereitete John Sperry zu, um diesen Menschen das Evangelium zu verkündigen und die Bibel in ihre Sprache zu übersetzen, die bisher noch unerforscht war.

Der 23jährige John Sperry betrat 1946 als Alliiertensoldat die Trümmer von Hiroshima, ein halbes Jahr nachdem die erste Atombombe diese Stadt zerstört hatte. Der erschütternde Eindruck dieser Geisterstadt weckte in ihm die Bereitschaft, als Missionar in eine Gegend zu gehen, wohin sonst keiner zu gehen bereit wäre – wenn Gott ihn dazu berufen würde.

Vier Jahre später war er bei den Eskimos, und wenige Jahre danach wagte eine junge „Betty“, diesem Mann das „Ja-Wort“ zu geben und ihm in die Eiseskälte zu folgen.

Etwa 19 Jahre lang lebten sie mit ihren Kindern unter den Eskimos, teilten mit ihnen das Leben und wurden diesen Menschen Freunde, Wegweiser zu Christus und geistliche Eltern. Die Erlebnisse, Entbehrungen, Nöte und Freuden dieses Ehepaares und die Früchte iher Arbeit kann man in diesem Buch nachlesen, das ihre Nichte, die Autorin dieses Buches, überaus eindrücklich und bewegend geschildert hat.

 

04.06.2012

Die Bibel in der Sprache der Inuit

In diesen Tagen wird erstmals die komplette Bibel in der Sprache der Inuit veröffentlicht. Wertvolle Vorarbeit hatte der britische Missionar John Sperry geleistet, der 19 Jahre bei den Inuit lebte.
1950 machte sich der junge Pfarrer John Sperry auf den Weg. Fort aus der englischen Heimat in Leicester, hin zu dem kleinen Ort Coppermine im äußersten Norden von Kanada. Hier lebten damals nur wenige Inuit-Familien, im Sommer in Zelten, im Winter in Iglus. Die Inuit sind die Ureinwohner Kanadas.

Fischfang und Jagd ernährten sie, moderne Technik war ihnen ebenso fremd wie die englische Sprache. Und die Menschen lebten in bitterer Armut: Wenn die Rentiere auf ihren jahreszeitlichen Wanderungen einmal andere Routen wählten, verhungerten ganze Dörfer. Die Bewohner hatten keinerlei ärztliche Versorgung, nicht bei der Geburt ihrer Kinder, nicht in Krankheit oder Alter.

Täglicher Kampf ums Überleben

John Sperry, damals 26 Jahre alt, wollte ihnen als Seelsorger beistehen, erzählt seine Nichte Nicola Vollkommer, die in Deutschland lebt: „Er hat gesagt, Missionar zu sein, heißt nicht, eine andere Kultur aufzudrängen, sondern mit den Menschen zusammen zu leben, ihre Not zu teilen und ihr Leid.“ Und das tat der junge Geistliche.

19 Jahre verbrachte er bei den Inuit nördlich des Polarkreises, lernte ihre Sprache, lernte, Rentiere und Robben zu jagen und ihr Fell in Kleidung und ihr Fleisch in Mahlzeiten zu verwandeln. „Acht Stunden am Tag war er mit der Sicherung seines eigenen Überlebens befasst“, erzählt seine Nichte. „Erst danach fing sein eigentlicher Dienst an, der Dienst an den Menschen.“ Dazu gehörte neben der praktischen Unterstützung der Menschen für den Pfarrer natürlich auch, den Inuit das Christentum näher zu bringen.

„Der Bootsbesitzer ist ein guter Windschutz“

Doch wie erklärt man Menschen, die nördlich des Polarkreises leben, die Bilder aus der hebräischen Bibel? Die Gleichnisse, die von Fischen und Wasser erzählen, waren die einzigen, bei denen sich die Lebenswelt der Inuit in Kanada mit der der Juden im römisch besetzten Heiligen Land traf. Doch für all die anderen Gleichnisse aus dem Bereich des Ackerbaus und der Viehzucht, von denen es in der Bibel nur so wimmelt, gab es in der Sprache der Inuit keine Wörter.

Schlimmer noch, es gab auch kein Wort für Gott. Ein Vorgänger John Sperrys übersetzte Gott kurzerhand mit „Bootsbesitzer“, denn in den Inuit-Kulturen war der Mann, der ein Boot besaß, immer der Chef. Und als Sperry das bekannte Kirchenlied von Martin Luther „Eine feste Burg ist unser Gott“ übersetzte, machte er aus der Burg kurzerhand einen „Windschutz“.

Bischof der Arktis

1974 wurde er innerhalb der anglikanischen Kirche zum „Bischof der Arktis“ ernannt, ein Amt, das er bis 1990 innehatte. Der Bischofssitz war und ist in Yellowknife, rund 600 Kilometer südlich von Coppermine gelegen. Mit seinem Umzug dorthin kehrte John Sperry mit seiner Frau – er hatte 1952 die Krankenschwester Betty Maclaren geheiratet – und seinen zwei Kindern in die „zivilisierte Welt“ zurück. Und auch die traditionelle Lebensweise der Inuit ging Ende der 60er Jahre zu Ende. Die meisten Familien wurden umgesiedelt oder zogen freiwillig weiter nach Süden in wärmere Regionen und ließen sich dort dauerhaft nieder.

Im Jahr seiner Ernennung zum Bischof erhielt John Sperry hohen Besuch: Die britische Königin Elisabeth II. besuchte Kanada. Sperry dolmetschte zwischen der Queen und den Inuit. Kurz vor seinem Tod im Februar 2012 verlieh ihm die Queen einen Verdienstorden für seine Bemühungen zur Erhaltung der Inuit-Kultur. Das habe ihn sehr gefreut, erzählt seine Nichte, die ihrem faszinierenden Onkel in einem Buch mit dem Titel „Am Rande der gefrorenen Welt“ ein literarisches Denkmal setzte.

Schlittenhunde statt Schafe

Und vielleicht noch mehr habe er sich gefreut, als er 2004 noch einmal nach Coppermine reiste, das inzwischen Kugluktuk heißt, übersetzt etwa „der Platz am fließenden Wassers“. Denn dort fand der alte Pfarrer bei vielen Besuchen „seine Bibel“ auf den Nachttischen seiner ehemaligen Gemeinde.

Rund 200 Kirchenlieder, die Apostelgeschichte und die vier Evangelien hat John Sperry in „Inuinnaktun“, der Inuitsprache der westlichen Arktis, übersetzt. Am Sonntag (03.06.2012) erschien nun die komplette Übersetzung der Bibel auch in „Inuktitut“, der Sprache der östlichen Regionen. Daran haben nur Inuit mitgewirkt, um die passendsten Ausdrücke zu finden. Der gute Hirte der Bibel wurde dabei zum „Babysitter für Schlittenhunde“.
Autorin/Autor Rachel Gessat
Redaktion Friederike Schulz

© Deutsche Welle

 

Vortragsabend beim CVJM-Jubiläum in Dettingen, Oktober 2012 „Was im Leben trägt“:

http://www.swp.de/metzingen/lokales/ermstal/Was-im-Leben-traegt;art1158525,1698181

 

 

Die Kindheit und Jugendzeit in Afrika erlebt