Das Buch zur Jahreslosung 2027
Angst vor Leid, vor Einsamkeit, vor Krankheit und Tod. Angst vor der Zukunft. Angst davor, was andere Menschen von uns halten. Angst vor Verlusten von Geld, Ansehen, Freundschaft.
Kein Wunder, dass die Aufforderung „Fürchte dich nicht!“ im Wort Gottes häufiger als jede andere vorkommt.
Jeder biblische Held hatte mit Angstzuständen zu kämpfen, und auch Jesus selbst hat seinen Vater angefleht: „Lass diesen Kelch an mir vorbeigehen!“
Wenn es ein Buch gibt, das uns hilft, unsere Ängste zu überwinden, dann die Bibel! Diese Studie ist eine Zusammenfassung der zahlreichen Bibelstellen, in denen wir ermutigt werden, unsere Sorgen auf den Gott zu werfen, der für uns sorgt und auch uns immer wieder auffordert: „Fürchtet euch nicht!“
Inhaltsverzeichnis
- Angst: ein "No-Go" für Christen?
- Als es Angst noch nicht gab
- Angst durch Angst überwinden
- Wenn Gottes Stimme stärker ist als unsere Angst
- Stark sein … und entsprechend handeln
- Jesus und die Angst
- Ängste im Alltag
- Mutige Leute reisen in Gruppen
- „Fürchtet euch nicht!“: Seine Worte in unserem Mund
Aus dem Vorwort
Als ich einmal gebeten wurde, zum Thema "Befreiung von Ängsten" zu reden, fragte ich, ob ich den Titel auf "Leben mit Ängsten" ändern könnte. Denn ich bin nicht "befreit von Ängsten". Wenn es um das Ziel ginge, angstfrei zu leben, dann wäre ich nicht die richtige Adresse dafür.
Wenn ich ehrlich bin, erlebe ich Zeiten, in denen Ängste mich überrollen wie ein Tsunami. Als klassische Sorgentante liege ich nachts wach mit einem Gefühl wie Blei im Magen und finde den seelischen Ausschaltknopf nicht, der meinen erschöpften Körper endlich zur Ruhe bringen könnte. Beim inneren Kopfkino wird mir schwindelig. Eine beklemmende Angst vor der nächsten Deadline für die Abgabe eines Manuskripts. Lampenfieber vor der nächsten Veranstaltung. Angst um die Kinder und Enkelkinder und ihre Zukunft. Ein Grauen davor, dass es auf der Autobahn einen Unfall geben könnte.
Und dann die großen Ängste – wohin steuert diese Welt? Das sogenannte christliches Abendland: Existiert es noch? Das Massaker am 7. Oktober in Israel, Erinnerungen an den Biafrakrieg, den wir als Kinder in Nigeria erlebten, die verfolgte Kirche weltweit – kommen solche Zeiten auch auf uns zu? Hält mein Glaube stand, wenn es wirklich ernst wird? Angst um mein eigenes Leben. Ich schrecke vor neuen Herausforderungen zurück; nur widerwillig verlasse ich meine Komfortzone. Und dann zermartere ich mich auch noch mit weiteren Ängsten – vor mir selbst, vor Gottes Missfallen, vor den Angriffen des Teufels. Und fang bloß nicht an mit Angst vor Krebs, Familienunglück, vor Konflikten mit Freunden, Schicksalsschlägen …
Gibt es wirklich so etwas wie "Befreiung von Ängsten"? Nicht in meiner kleinen Welt. Aber – zu meiner Beruhigung – auch nicht in der Welt von Jesus selbst. Ich befinde mich mit meinem Dilemma wohl in bester Gesellschaft. „In der Welt habt ihr Angst…“ (Johannes 16,33; LUT), sagt Jesus kurz vor seinem Tod zu seinen Jüngern. Aber der Satz geht weiter: „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Es gibt einen göttlichen Trost mitten in der Panikstationen dieses Lebens. Es gibt einen zuversichtlichen Gang in den Tag im Bewusstsein, dass uns unsere Ängste – wie nichts anderes in unserem Leben – von der Gnade Gottes abhängig machen.
„Nicht ich in anderen Umständen, sondern Christus in mir, das ist die Hoffnung, die wir haben“, sagte die US-Autorin Elisabeth Elliot immer wieder. Diese Quelle des Trostes wollen wir in dieser Studie aufspüren. Wir werden dabei eine Kraft entdecken, die Ängste zwar nicht aus unserem Leben verbannt, uns aber einen Kompass in die Hand gibt, der uns durch die Fluten und Stürme dieses Lebens hindurch führt: die Kraft, mit der Christus selbst ‚die Welt überwunden hat’…



